
Die Furcht vor den negativen Folgen zu schneller Lockerungen in der Corona-Krise hat den Dax am Mittwoch belastet. Der deutsche Leitindex fiel bis zum frühen Nachmittag um 1,30 Prozent auf 10.678,46 Punkte und entfernte sich damit weiter von der zuletzt erfolglos getesteten Marke von 11.000 Punkten.
Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es um 0,37 Prozent auf 23 731,58 Punkte nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büßte 1,3 Prozent ein.
Laut Marktanalyst Michael Hewson vom Handelshaus CMC Markts UK zeigen sich die Anleger zunehmend besorgt. Nach den kleinen Lockerungsschritten in vielen Ländern könnte eine zweite Infektionswelle die Politiker zwingen, auf die Bremse zu treten.
Die Commerzbank rutschte angesichts der Furcht vor vielen Kreditausfällen infolge der Corona-Krise im ersten Quartal tiefer in die roten Zahlen als befürchtet. Die Papiere knickten unter den schwächsten Werten im MDax um 4,6 Prozent ein.
Im Sog dessen verloren die Anteilsscheine des Wettbewerbers Deutsche Bank mehr als drei Prozent. Diese treibt derweil ihren durch die Corona-Krise vorübergehend auf Eis gelegten Stellenabbau wieder voran.
Positiv aufgenommen wurden die Zahlen von United Internet: Der Telekommunikationsanbieter steigerte Umsatz und operatives Ergebnis zum Jahresauftakt wie erwartet. Die Aktien gewannen an der MDax-Spitze fast sechs Prozent.
Im Nebenwerteindex SDax bildeten die Anteilsscheine von Salzgitter mit einem Minus von rund zehn Prozent das Schlusslicht. Ein schwacher Stahlmarkt hatte das Unternehmen im ersten Quartal in die roten Zahlen gedrückt.
Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,50 Prozent am Vortag auf minus 0,52 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,10 Prozent auf 145,33 Punkte. Der Bund-Future rückte um 0,14 Prozent auf 173,69 Zähler vor.
Der Euro notierte zuletzt bei 1,0872 US-Dollar. Der Dollar kostete damit 0,9198 Euro. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Dienstag auf 1,0858 (Montag: 1,0824) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9210 (0,9239) Euro gekostet.

