RUMMS! Kühltürme von AKW-Werk in Philippsburg weggesprengt

Philippsburg – Die Kühltürme des Atomkraftwerks Philippsburg bei Karlsruhe sind Geschichte.

Die beiden markanten Bauwerke, die über viele Jahre hinweg in der Region weithin zu sehen waren, wurden am Donnerstag um 06.05 Uhr gesprengt. „Der Abbruch verlief jederzeit sicher“, teilte die Betreiberin des Meilers, der Energieversorger EnBW, kurz nach der Sprengung mit.

Die Kühltürme krachen nach der Explosion zusammen
Die Kühltürme krachen nach der Explosion zusammenFoto: Alexander Scheuber / dpa
Aus der Vogelperspektive sieht man die gigantischen Ausmaßen der gesprengten Kühltürme
Aus der Vogelperspektive sieht man die gigantischen Ausmaße der gesprengten KühltürmeFoto: Daniel Maurer / dpa

Der genaue Tag und die Uhrzeit der lange geplanten Aktion waren wegen der Beschränkungen durch die Corona-Pandemie im Vorfeld nicht genannt worden und lediglich ein 48-stündiges Zeitfenster dafür vorgesehen gewesen.

Das Unternehmen hatte größere Menschenansammlungen und damit die Gefahr der Ansteckung für Zuschauer befürchtet.

Spezialisten bohrten vor dem Sprengung Löcher in die Wand, deponierten dort die Sprengmittel

Die jeweils rund 150 Meter hohen Türme waren im Vorfeld entkernt worden, sodass nur noch die Außenschale aus Beton zum Abbruch anstand. Die Sprengung selbst dauerte nur etwa eine Minute, dann fielen die Bauwerke in sich zusammen.

Die Türme am Boden – Mitarbeiter begutachten das Ergebnis
Die Türme am Boden: Mitarbeiter begutachten das ErgebnisFoto: RONALD WITTEK/EPA-EFE/Shutterstock

Der Bauschutt, rund 32 500 Tonnen pro Turm, soll möglichst wiederverwertet und zur Aufschüttung des Geländes verwendet werden. Damit ist ein weiteres Kapitel im Zuge des Rückbaus des AKW-Standortes mit den beiden abgeschalteten Blöcken beendet.

Dort, wo die Türme standen, wird ein Gleichstrom-Umspannwerk des Netzbetreibers TransnetBW gebaut. Dieser sogenannte Konverter wird benötigt, um über Hochspannungsleitungen große Mengen Ökostrom aus Norddeutschland in den wirtschaftsstarken Süden Deutschlands zu bringen.

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