Saarlouis – Am gestrigen Samstagabend kam es in der Saarlouiser Altstadt (Saarland) zu einer Auseinandersetzung mit Feiernden und Beamten von Ordnungsamt und Polizei. Der endete sogar in einem SEK-Einsatz!

Immer wieder kommt es an Wochenenden in der Saarlouiser Altstadt zu teils handgreiflichen Auseinandersetzungen zwischen betrunkenen Feiernden und Polizeibeamten. So auch am gestrigen Abend, als Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes gegen 21.00 Uhr auf die Discothek „Blondes“ aufmerksam werden, da im großzügigen Stil gegen die Corona-Regeln verstoßen wurde.
Die Ordnungshüter konnten die Situation nicht mehr in der Minderheit bewältigen, weshalb nach schätzungsweise 15 Minuten polizeiliche Unterstützung gefordert werden musste. Doch damit nicht genug: Weil auch die Polizei nicht gegen die allesamt ausländischen Feiernden durchgreifen kann, muss diese weitere Unterstützung zum Ort des Geschehens herbeirufen.
Doch auch mit weiterer Unterstützung gelang es nicht, die Menschen dazu zu bewegen, sich an die Corona-Regeln zu halten. Erneut muss Unterstützung angefordert werden – diesmal rücken allerdings Beamte der besonders geschulten und ausgerüsteten Operativen Einheit und des SEK sowie zwei Hundestaffel-Kommandos an. Erst jetzt kann die Lage einigermaßen unter Kontrolle gebracht werden – und das Lokal geräumt.
Eine Zeugin, die sich zum Zeitpunkt des Polizeieinsatzes im direkt gegenüber liegenden Lokal „Le Copain“ aufhielt, erklärt später gegenüber BILD: „Die Lage war sehr aufgeheizt, die Polizeibeamten konnten ohne weitere Unterstützung nichts unternehmen“. Im späteren Verlauf soll ein Türsteher des Lokals sogar handgreiflich geworden sein – und einen der Beamten angegriffen haben.
Bereits vor dem Einsatz sei der Club durch laute Musik aufgefallen, so die Zeugin weiter. Vor dem Lokal „standen die Tische alle eng aneinander“ und drin „tanzten die Menschen“, natürlich ohne Mundschutz. Auch der Geschäftsführer des Clubs, Hamed Kamran, verhielt sich nicht sonderlich kooperativ – weder trug er einen Mundschutz, noch wollte er die frühere Schließung und Räumung seiner Party-Location akzeptieren.
Durchsuchung von Corona-Lokal
Nach Eintreffen der SEK-Beamten beruhigte sich auch der Chef des Corona-Lokals, der sich selber den Namen Johnny gibt. Doch der Einsatz war noch lange nicht zu Ende. Nach der Räumung beschäftigte die Beamten nämlich etwas anderes: Drogen!
Mehrere Beamte durchsuchten das Lokal wegen dem Verdacht des Drogenhandels, wurden allerdings nicht fündig. Festgenommen wurde niemand der Beteiligten. Die Polizei hielt sich nach Zeugenaussagen weitestgehend zurück.
Schläger-Truppe jagt Mann durch Altstadt
Unmittelbar nach dem rund 45 Minuten andauernden Corona-Einsatz folgte gleich der nächste Einsatz, diesmal wurde ein Mann wenige Straßen weiter zusammengeschlagen. Demnach wurde dieser zuvor von mehreren Personen verfolgt und anschließend so sehr vermöbelt, dass er noch einige Minuten bewusstlos auf dem Boden lag.

Das Opfer wurde vor zunächst vor Ort in einem Rettungswagen behandelt, die Weiterfahrt in ein Krankenhaus verweigerte er allerdings. Die Täter konnten unerkannt fliehen.

