Schwarzer (40) bewusstlos geprügelt: Proteste nach brutalem Polizeieinsatz in den USA

Minneapolis – Der Tod eines schwarzen Verdächtigen nach einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis hat gewaltsame Proteste in der US-Stadt ausgelöst.

Wie örtliche Medien am Dienstagabend (Ortszeit) übereinstimmend berichteten, kam es nach einer zunächst friedlichen Versammlung von Hunderten Menschen später auch zu Zusammenstößen mit der Polizei. Nachdem Demonstranten von dem mutmaßlichen Tatort zu einem Polizeirevier gezogen waren, sollen dort Polizeifahrzeuge und Fensterscheiben beschädigt worden sein. Einsatzkräfte gingen demnach mit Tränengas und Geschossen gegen die Demonstranten vor.

Auslöser für die Proteste war ein rund zehn Minuten langes Video aus der Stadt im Bundesstaat Minnesota, das auf Facebook gestellt wurde: Ein weißer Polizist drückte sein Knie mehrere Minuten lang an den Hals eines schwarzen Verdächtigen, der wiederholt um Hilfe flehte, bevor er das Bewusstsein verlor. Wiederholt sagte der Afroamerikaner: «Ich kann nicht atmen.» Er starb kurz danach in einem nahen Krankenhaus. Auf Schildern von Demonstranten am Dienstag waren Slogans wie «Ich kann nicht atmen» zu sehen.

Der Fall wird nun von der Polizei Minneapolis und der Bundespolizei FBI untersucht. Bürgermeister Jacob Frey zeigte sich entsetzt: «Es sollte in Amerika kein Todesurteil sein, schwarz zu sein.» Die vier in den Fall involvierten Polizeibeamten seien gefeuert worden.

Die Polizei erklärte, die Beamten seien an den Ort gekommen, um einen Betrugsfall zu untersuchen. Der etwa 40 Jahre alte Verdächtige habe Widerstand geleistet. Dann heißt es: «Die Beamten konnten den Verdächtigen in Handschellen bekommen und stellten fest, dass er medizinische Hilfe zu brauchen schien.» Die Beamten hätten daher einen Krankenwagen gerufen. Es blieb jedoch unklar, ob der Mann schon vor dem Vorgehen der Polizisten medizinische Hilfe gebraucht hätte.