
Nicht nur in den USA, wo der Tod von George Floyd durch Polizeigewalt derzeit die Massen auf die Straßen treiben, auch in Deutschland werden täglich Menschen diskriminiert – nicht nur wegen ihrer Hautfarbe. Und die Zahlen nehmen offenbar zu!
2019 haben sich 1176 Mal Betroffene an die Beratung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes gewandt, „weil sie sich im Arbeitsleben oder bei Alltagsgeschäften aufgrund ihrer ethnischen Herkunft diskriminiert gefühlt haben“.
So heißt es im Jahresbericht 2019, der heute vorgestellt wurde.
▶︎ Das macht einen Anstieg derartiger Anfragen im Vergleich zum Vorjahr von zehn Prozent.
„Dahinter stehen Menschen, denen Unrecht widerfahren ist“, erklärte der kommissarische Leiter der Antidiskriminierungsstelle, Bernhard Franke, bei der Vorstellung des Berichts.
Nur ein Beispiel von vielen: Einer Pflegerin wurde gekündigt, weil Patienten sich aufgrund ihrer Hautfarbe nicht von ihr behandeln lassen wollten.

Und das ist offenbar nur die Spitze des Eisbergs!
Problem: „Nur ein Bruchteil der Betroffenen wenden sich an uns oder an eine andere Beratungsstelle“, erklärte Franke. Denn es bedeute Kosten, Zeit und psychischen Stress, sich juristisch gegen eine Diskriminierung zu wenden.

Sein Fazit: Deutschland habe „ein anhaltendes Problem mit rassistischer Diskriminierung“, sagte Franke. Außerdem unterstützte es Betroffene nicht konsequent genug bei der Rechtsdurchsetzung.
„Das Gefühl, mit einer Ungerechtigkeit alleine gelassen zu werden, hat auf Dauer fatale Folgen, die auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährden. Diskriminierung zermürbt.“

