Nach umstrittenem „taz“-Artikel: Hamburger Polizeipräsident reicht Beschwerde ein – GdP stellt Strafanzeige

Hamburg – Wegen eines umstrittenen Artikels in der linken Tageszeitung „taz“ wird Ralf Martin Meyer, Hamburgs Polizeipräsident, nach BILD-Informationen Beschwerde beim Presserat einreichen. Einige Geschwerkschaften haben bereits Strafanzeigen gestellt.

Polizeipräsident Ralf Martin Meyer.

In der Kolumne mit dem Titel „All Cops are berufsunfähig“ geht es um eine fiktive Abschaffung der Polizei. Und um eine Zukunft, in der 250.000 deutsche Polizisten sich einen neuen Job suchen müssten.

„Wenn die Polizei abgeschafft wird, der Kapitalismus jedoch nicht, in welche Branchen kann man Ex-Cops dann überhaupt noch reinlassen? Schließlich ist der Anteil an autoritären Persönlichkeiten und solchen mit Fascho-Mindset in dieser Berufsgruppe überdurchschnittlich hoch“, schreibt die Autorin, Hengameh Yaghoobifarah. „Oder haben Sie schon mal von einem Terrornetzwerk in der Backshop-Community gehört? Ich nämlich auch nicht.“

Darüber hinaus findet Yaghoobifarah, dass Ex-Polizisten in ihren neuen Jobs bloß keine Machtpositionen innehaben sollten: „Das kommt nicht infrage. Streng genommen möchte man sie nicht einmal in die Nähe von Tieren lassen.“ Und dann wird sie – nachdem sie einigen Polizisten sogar Nazi-Nähe attestierte – beleidigend, als sie vorschlägt, sie sollten auf Müllhalden arbeiten. „Unter ihresgleichen fühlen sie sich bestimmt auch selber am wohlsten.“

Neben der Beschwerde des Hamburger Polizeipräsidenten, die mittlerweile auch auf Twitter publik gemacht wurde, haben einige Polizei-Gewerkschaften Strafanzeige gegen die „taz“ gestellt.

Darunter auch die GdP, dessen Berliner Landeschef, Norbert Cioma, deutliche Worte fand: „Wer meine Kollegen gezielt als Nationalsozialisten vergleicht und sie auf einer Mülldeponie unter ‚ihresgleichen‘ entsorgen möchte, der ist nicht mal im Ansatz besser als jeder Nazi.“