Schlacht-Massaker: Bald ist islamisches Opferfest – Kann Religion über Tierschutz stehen?

Am 30. Juli beginnt das traditionelle Opferfest, das von Juden und Muslimen gefeiert wird. In Deutschland, das belegen aktuelle Statistiken, wird das rituelle Schächten überwiegend von Muslimen betrieben. Diese Art des Schlachtens ist in Deutschland ausdrücklich untersagt, doch viele Gläubige berufen sich auf die per Grundgesetz gesicherte freie Ausübung der Religionsfreiheit. Doch was fühlen die Tiere und was sagt die Politik dazu?

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Es ist ein internationales Mega-Massaker an Tieren, das sich alljährlich wiederholt: das islamische Opferfest, das in ähnlicher Form auch von Juden gefeiert wird, findet weltweit statt. Dabei geht es um das rituelle Schächten von Tieren, durch welches dem Propheten Ibrahim (Abraham) gedacht wird. Den Tieren, meistens Schafe und Ziegen aber auch Kühe, wird dabei mit einem Messer die Kehle durchtrennt, sodass sie ausbluten – und das müssen sie nach islamischer Auffassung auch, um die perfekte „Reinheit“ zu erlangen. Doch was ist mit dem Tierschutz?

Das Grundgesetz gewährt zwar die freie Ausübung der Religionsfreiheit, untersagt es jedoch ausdrücklich, Tiere ohne vorherige Betäubung zu schlachten. Konkret heißt es in dem entsprechenden Gesetz: „Ein warmblutiges Tier darf nur geschlachtet werden, wenn es vor Beginn des Blutentzugs betäubt worden ist.“

Doch es gibt Ausnahmen für Religionsgemeinschaften. Dafür hat er Jahre lang gekämpft, der muslimische Metzger Rüstem Altinküpe aus Hessen. Mehr als zehn Jahre hat der Prozessmarathon gedauert. Bundesverfassungsgericht 2002 und erneut das Bundesverwaltungsgericht 2006 haben entschieden: Wenn es Angehörigen bestimmter Religionsgemeinschaften zwingend vorgeschrieben wird, darf geschächtet, also ohne Betäubung geschlachtet werden.

Ein Interview will Rüstem Altinküpe heute nicht mehr geben, hält er für überflüssig. „Der Fall ist erledigt, die Richter haben es entschieden. Und normalerweise muss jetzt Ruhe sein. Ich will nicht, dass jedes Jahr das gleiche Thema auf einem neuen Topf gekocht wird“, teilt er auf BILD-Nachfrage mit.

Außerdem habe er keine Zeit, ständig viel zu tun. Tatsächlich nimmt das betäubungslose Schächten stetig zu.


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Schächten: Haben die Tiere Schmerzen?

Ja, sagt die deutsche Bundestierärztekammer. Diese ist nach einer umfassenden Studie in zahlreichen Ländern zu folgendem Schluss gekommen: Diese Art der Schlachtung ist Tierquälerei.

„Es liegt ein klarer Fall von Tierquälerei vor. Und es kann nur so sein, dass diese Ausnahmen nicht mehr zugelassen werden. Und damit muss das Gesetz geändert werden. Das ist unsere Position“, so der Präsident der Bundestierärztekammer Dr. Ernst Breitling bereits im Jahr 2008.


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Und was sagt die Politik dazu?

Horst Seehofer, der damalige Ernährungs- und Verbraucherschutzminister, wäre zuständig gewesen, eine entsprechende Gesetzesänderung auf den Weg zu bringen – doch daraus wurde nichts. Zwar stand auch für ihn die Qual der Tiere beim betäubungslosen Schächten außer Frage. Doch ein Verbot dieser Methode hielt er für nicht durchsetzbar.

„Es gibt, an dieser Tatsache kommt kein Politiker vorbei, eben noch diese Religionsfreiheit, die wir nicht völlig, wenn es Religionsgemeinschaften praktizieren wollen, nicht völlig ausblenden können. Das wäre eine unaufrichtige Politik, wenn man das, angesichts der Bilder läge es ja nahe, dies der Bevölkerung zu versprechen, aber man könnte es nicht einhalten nach der Verfassungslage.“

Eben wegen der Verfassungslage ist für ihn das neue Gutachten kein Grund, das Gesetz zu verändern, obwohl Tierschutz mittlerweile in genau derselben Verfassung verankert ist.

Warum ohne Betäubung? Barbaren-Religion?

Tierschutz contra Religionsfreiheit, scheinbar ein Gordischer Knoten, ein unlösbarer Konflikt. Muss denn nach muslimischem Recht wirklich unbedingt betäubungslos geschlachtet werden oder gibt es Alternativen?

BILD hat mit einem Experten gesprochen, erfährt Erstaunliches. Prof. Tamer Dodurka (Fakultät Veterinärmedizin) von der Uni Istanbul erklärt uns einen interessanten Fakt, der inzwischen auch weitverbreitete Meinung in der muslimischen Welt ist:

„In unserem Land hat die Religionsbehörde, die zuständig für Religionsangelegenheiten ist, eine Fatwa, also eine religiöse Vorschrift, gegeben und erklärt, eine Schlachtung mit Betäubung verstoße nicht gegen den Islam. Für den Islam ist es wichtig, dass das Tier noch vor seinem Tod geschnitten wird und dass sein ganzes Blut abfließt. In dieser Hinsicht tötet die Betäubung das Tier nicht.“

Also: Tiere könnten mit Betäubung islamgemäß geschlachtet werden, aber eine erneute Auseinandersetzung über das Schächten ohne Betäubung scheuen bislang die Politiker hier in Deutschland.

Dr. Karl Fikuart, Bundestierärztekammer: „Hier möchte man sich nicht positionieren. Man hat also einfach Angst, in irgendeine Debatte hineingezogen zu werden, die eine Minderheit hier dann der Politik aufzwingen würde.“

Diese Minderheit habe ihre Rechte, zweifelsfrei. Aber: „Die öffentliche Meinung und die wissenschaftlichen Erkenntnisse sprechen eindeutig dafür, dass hier eine Änderung des Tierschutzgesetzes unbedingt, zwingend notwendig ist.“


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Deutschland: Mehrheit der Muslime schächtet ohne Betäubung

Die Mehrheit der in Deutschland das islamische Opferfest feiernden Muslime schächtet noch immer ohne Betäubung. Und das, obwohl es nach Vorschrift der Religionsbehörde nicht gegen den Islam verstößt, Tiere vor der Tötung zu betäuben. Doch warum? Ist der Islam etwa eine Barbaren-Religion?

Die Bundestierärztekammer schätzt, dass bis zu 500.000 Schafe auf diese Weise in Deutschland pro Jahr der Religion wegen geschlachtet werden. Zuvor kämpfen die Tiere gegen einen minutenlangen, qualvollen Tod an.

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Denn durch das Durchtrennen der Kehle wird die Atmung blockiert, weshalb das Tier in seiner eigenen Blutlache erstickt. Ein qualvoller, brutaler, geradezu barbarischer Tod – und das, um einem Propheten die Ehre zu erweisen.

Diese Art der Ehrung widerspricht allerdings dem friedlichen Religionsglaube, der es nicht vorsieht, über das Leben anderer Lebewesen zu entscheiden. Doch vor allem ist es streng untersagt, anderen Geschöpfen unnötige Schmerzen zuzufügen.

Was ist also mit dem Schächten? Würde Allah dieses jährliche Massaker an Tieren gutheißen? Oder doch eher verurteilen, da es dem Grundsatz einer Friedensreligion widerspricht?