
Neunkirchen – Das einstige Wahrzeichen Neunkirchens, der Gasometer, wurde erst kürzlich gegen 16:13 Uhr erfolgreich gesprengt. Doch viele Saarländerinnen und Saarländer sind bestürzt über den Verlust …
Es ist das Ende eines Wahrzeichens: Der Gasometer mit der Aufschrift „Neunkircher Stahl“ wurde am heutigen Freitag (26. Juni 2020) gesprengt. Der Stahlkoloss wurde seit den 1970er Jahren von Saarstahl genutzt und war fester Bestandteil der Stadt Neunkirchen.
Zwar sind Sprengmeister und Saarstahl-Vorstand mit der problemlosen Sprengung des Turms zufrieden, dennoch fühlten sich einige Saarländerinnen und Saarländer mit dem Gasometer verbunden und zeigen sich bestürzt über den Abriss. Auch Neunkirchens Oberbürgermeister, Jörg Aumann, ist traurig über den Verlust und stellt klar: „Ohne Eisenwerk wird es Neunkirchen nicht geben, deshalb ist uns auch die Erinnerung an das Eisenwerk wichtig.“

Aumann stellt jedoch auch klar: „Aber Stadtentwicklung hat die Aufgabe, die Entstehung einer Stadt zu reflektieren. Sie darf aber auch nicht in der Vergangenheit verharren, sondern muss Hier und Jetzt die Zukunft der Stadt planen.“ Darüberhinaus müsse der Blick auf die Zukunft gerichtet werden, so Neunkirchens Oberbürgermeister.
Der rund 75 Meter hohe Gasbehälter mit der Aufschrift „Neunkircher Stahl“ gilt als eines der Wahrzeichen der Stadt Neunkirchen. Er wurde 1970 gebaut, nachdem 1933 der damalige Gasometer des Neunkircher Eisenwerks explodiert war. Durch die Detonation wurden 68 Menschen getötet und 190 Personen verletzt. Die Explosion hatte weite Teile des Hüttenareals und der Innenstadt verwüstet.
Der Gasometer fasste 80.000 Kubikmeter Erdgas. Vor einigen Wochen wurde er endgültig außer Betrieb gesetzt. In naher Zukunft soll auf dem Gelände ein Globus-Einkaufscenter errichtet werden. Doch ob das ein Trost für die Saarländer sein wird?

