
Washington – US-Präsident Trump wird vorgeworfen, durch öffentliche Auftritte ohne Maske ein schlechtes Beispiel in der Pandemie abzugeben. Zugleich wächst die Kritik an seinem Umgang mit der Krise. Nun inszeniert der Präsident sich selber mit Maske – und spricht von «Patriotismus».
Vor dem Hintergrund wachsender Kritik an seinem Krisenmanagement hat US-Präsident Donald Trump in der Corona-Pandemie für das Tragen von Masken in bestimmten Situationen geworben. «Wir sind vereint in unseren Bemühungen, das unsichtbare China-Virus zu besiegen», schrieb Trump auf Twitter.
«Und viele Menschen sagen, dass es patriotisch ist, eine Gesichtsmaske zu tragen, wenn man keine soziale Distanz wahren kann. Niemand ist patriotischer als ich, Euer Lieblings-Präsident!» Dazu twitterte Trump ein Foto, wie er eine Maske mit dem Präsidenten-Siegel trägt.
Bei den allermeisten öffentlichen Auftritten lehnt Trump das Tragen einer Maske für sich selber ab. Ihm wird vorgeworfen, durch seinen Maskenverzicht ein schlechtes Vorbild in der Pandemie abzugeben. Bei einem Krankenhausbesuch am vorvergangenen Samstag hatte Trump dann eine Mund-Nasen-Schutz getragen.
Trump-Beraterin Kellyanne Conway hatte schlechte Umfragewerte darauf zurückgeführt, dass der Präsident nicht mehr bei Briefings der Corona-Arbeitsgruppe im Weißen Haus auftritt.
Vor dem Hintergrund sinkender Umfragewerte will Trump nach knapp drei Monaten seine Pressekonferenzen in der Corona-Krise wieder aufnehmen. Nach Angaben des Weißen Hauses wollte er am Dienstag wieder vor die Medien treten. «Wir hatten sehr erfolgreiche Briefings», sagte Trump am Montag. Rekordzahlen an Zuschauern hätten seine Auftritte im Fernsehen verfolgt.
Die Rückkehr zu den Briefings hatte sich bereits angedeutet: Es sei kein Zufall, dass die Werte besser gewesen seien, als Trump selber die Coronavirus-Problematik angesprochen habe, hatte Conway am Freitag vor Reportern gesagt.
«Die Menschen wollen vom Präsidenten der Vereinigten Staaten hören. Es muss nicht täglich sein, es muss nicht für zwei Stunden sein, aber aus meiner Sicht muss es sein.»
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