
Sie ist seit ihrer Gründung im Februar 2013 eine umstrittene Partei, sorgt mit immer neuen Skandalen für öffentliche Empörung und gesellschaftliche Diskussionen: die AfD – die „Alternative für Deutschland“.
Dabei gibt und gab sich die Partei schon immer als ‚anders‘, als ‚Alternative‘ zu den etablierten Parteien in deutschen Parlamenten. Doch viel anders ist sie nicht: der einzige Unterschied ist die Radikalität, mit welcher die Partei nach rechts abdriftet. Dies schmückt und verherrlicht die AfD jedoch bewusst, wendet geschickte Strategien an. Ein Beispiel: die Debatte über die Erhöhung der Diäten der Bundestagsabgeordneten. Die AfD stimmte mehrmals schon als einzige Partei gegen entsprechende Anträge von Union, SPD und Grünen – zugleich ist den Rechtsaußen jedoch auch klar, dass Gegenanträge ihrer Fraktion meist von allen anderen abgelehnt werden, weshalb die Diäten dennoch erhöht werden. Durch ihre Anti-Diäten-Kampagnen hat die AfD trotz offizieller Niederlage zwei Siege zu verzeichnen: zum einen dennoch erhöhte Diäten, zum anderen eine wachsende Wählerschaft – denn schließlich setzt sich die AfD mit ihrer Gegenstimme für die Interessen des Volkes ein, nicht wahr?
Doch auch in politischer Hinsicht ist die AfD keine bürgerliche, gar volksnahe Partei. Ihr Ziel ist es, die Menschen auseinanderzubringen und bewusst mit falschen Informationen Unmut in der Bevölkerung zu schüren. Dabei entlarvt sich die vermeintliche ‚Alternative‘ zunehmend selbst: allen voran der kürzliche Ausschluss des rechtsextremen Ex-Chefs der brandenburgischen AfD-Landtagsfraktion, Andreas Kalbitz. Dieser soll bei seinem Parteieintritt nicht angegeben haben, zu früheren Zeiten aktives Mitglied – beziehungsweise auf Schnupperkurs, wie Kalbitz es nennt – der inzwischen verbotenen «Heimattreuen Deutschen Jugend» gewesen zu sein.
Dabei ist eindeutig, dass der Rechtsaußen nicht die Wahrheit sagt: Er war auf „Schnupperkurs“ bei offenkundig und vom Verfassungsschutz beobachteten Rechtsextremen, um diese besser kennenzulernen – wer soll ihm das bloß glauben?
Das dieser und viele weitere Skandale nicht einfach an der Wählerschaft vorbeizieht, bekommt die AfD seit mehreren Wochen mit jeder Meinungserhebung zu spüren: Während die AfD noch Anfang dieses Jahres mit dem Slogan «Aufsteiger des Jahres» warb, wäre «Absteiger des Jahres» derzeit passender – immerhin büßt die Partei derzeit teils mehr als 10 Prozentpunkte ein, im Juni erreichte sie sogar ihre tiefsten Umfragewerte seit 2017.
Grundsätzlich ist die AfD nicht anders, als die etablierten Parteien – eine Alternative schon gar nicht. Die Partei gibt vor, volksnah zu sein und die Interessen der Wählerschaft zu vertreten. Dabei verfolgt sie ausschließlich ihre eigenen Interessen, was auch aus der geschichtlichen Entwicklung – vor allem was die Führungsposten betrifft – der AfD ersichtlich ist.

