![Warum es in diesem Jahr besonders viele Wespen gibt - [GEO]](https://static.geo.de/bilder/ae/5b/77377/article_image_big/gemeine-wespe-f-105117404.jpg)
Die gute Nachricht: Wespen werden nicht mehr lange nerven. Die schlechte Nachricht: Das lässt die schwarz-gelben Insekten aufdrehen. Doch Gewalt ist hier keine Lösung. Wie Sie Wespen am besten vertreiben, zeigen unsere Tipps.
Wespen sind für dieses Jahr am Ende ihres Lebens angelangt. Das Volk stirbt ab Spätsommer – nur ihre frisch geschlüpften Königinnen überwintern. Daher sind die herumfliegenden Tiere aktuell auch besonders lästig.
Während sie bis jetzt nur Eiweiß zur Aufzucht ihrer Larven benötigt haben, gehen sie nun gezielt und besonders hartnäckig auf die Suche nach Zucker. Sie landen dann also erst recht an unseren Tischen und Speisen sowie Getränken.
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Um keine Wespen anzulocken, können Sie Speisen abdecken, süße Getränke verschließen und auf stark parfümierte Körperpflegeprodukte verzichten. Auch die Hände und den Mund sollten Sie sich gut abwischen, nachdem Sie gegessen haben, damit die Insekten nicht auch noch an den Mund kommen.
Leisten die Wespen trotzdem am Tisch noch Gesellschaft, können Sie versuchen, sie vorsichtig wegzuschieben – wenn nicht mit der Hand, dann etwa mit der Speisekarte. Tipp: Zeigen Sie einfach konsequent Grenzen auf und lassen Sie sie nicht gewähren.
SO WERDEN SIE WESPEN LOS
Wenn sich Wespen bereits um den Tisch tummeln, sollten Sie ruhig bleiben. Um-sich-Schlagen ist äußerst kontraproduktiv. Auch das vermeintlich harmlose Wegpusten ist keine gute Lösung, denn das ausgeatmete Kohlenstoffdioxid macht die Wespen aggressiver. Das Problem: Auch Angst zu zeigen, ist ungut. Denn die Tiere nehmen diese Gefühlsregung wahr, und Angstschweiß versetzt sie sogar in Alarmbereitschaft.
▶ Die Lösung: Beobachten Sie die Tiere, wenn Sie essen – sodass Sie sie nicht aus Versehen in den Mund bekommen. Und machen Sie einfach entspannt weiter. Wenn es gar nicht mehr geht, können Sie einen Wassernebel mit der Sprühflasche verbreiten. Das schreckt die wasserscheuen Tiere ab.
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Oftmals haben sich auch Ablenkfütterungen abseits des Tisches bewährt. Die Insekten lieben beispielsweise Weintrauben. Werden einige der Früchte angeschnitten und in einiger Entfernung vom Esstisch platziert, lassen sich die unerwünschten Besucher dort und nicht auf Ihrem Esstisch nieder. Bieten Sie den Tieren immer wieder Nahrung an, fliegen sie mit der Zeit von selbst dorthin.
Als weniger aufwändig und trotzdem sehr wirkungsvoll hat sich ein Kaffeepulvertrick erwiesen. Geben Sie etwas Kaffeepulver in eine feuerfeste Schale – beispielsweise einen Aschenbecher – und zünden es an. Das Pulver schwelt eine Zeit lang vor sich hin.
▶ Der dabei entstehende Rauch riecht nicht unangenehm und hält die Wespen fern. Diese einfache Methode hat sich im Test der Redaktion bereits mehrfach bewährt.

Wespenfallen mit Lockstoffen aus dem Fachhandel sind nur anzuwenden, wenn es unbedingt sein muss. Auch selbst gebaute Wespenfallen aus Gläsern und PET-Flaschen sind nicht empfehlenswert.
▶ Denn: In solchen Installationen erleiden die nützlichen Tiere einen qualvollen Tod.
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Mit einem Wespennest im Garten ist nicht zu spaßen. Wenn Sie sich von den Tieren bedroht fühlen, lassen Sie das Nest von einem Fachmann entfernen. Befindet es sich an einer Stelle im Garten, wo Sie sich in der Regel nicht aufhalten, lassen Sie es am besten zum Wohl der Tiere hängen.
Im Winter sterben die Insekten und die Königin kehrt im darauffolgenden Jahr nicht in das gleiche Nest zurück. Sind die Tiere verschwunden, können Sie das verlassene Nest einfach auf den Kompost oder in den Biomüll geben.
SO NÜTZLICH SIND WESPEN
In Deutschland kommen vor allem zwei Arten vor: Die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe. In der Regel trauen sich nur diese zwei der elf mitteleuropäischen Wespenarten an unsere gedeckten Tafeln. Alle anderen Wespenarten interessieren sich nicht für unser Essen. So ernährt sich beispielsweise die Gallische oder Französische Feldwespe vorzugsweise von Blütennektar.
Diese Insekten können zudem kaum Schaden anrichten, da ihr weicher Stachel die menschliche Hautschicht normalerweise nicht durchstechen kann. Sie erkennen die Feldwespe an ihren orangefarbenen Beinen und Fühlern sowie ihrem „etwas trägerem Flug“, laut Naturschutzbund Deutschland. Doch auch wenn dieses Insekt keinen Schaden anrichten kann, sollten Sie sich ruhig verhalten, um eine mögliche Verwechslung auszuschließen.
▶ Um nicht angegriffen zu werden, sollten Sie die Tiere nicht reizen. Wespen sind sehr nützlich. Sie fressen allerlei Insekten, darunter Fliegen, Mücken, Raupen, Motten oder Spinnen. Sie helfen bei der Bestäubung der Blüten und dienen Vögeln als Nahrung.
Wer im Garten oder auf dem Balkon nicht von Wespen behelligt werden will, sollte auf bunte Kleidung verzichten. Grelle Farben können Wespen anziehen. Weiße Kleidung ist für die Tiere optisch uninteressant. Auch Parfüms und Cremes mit intensiver Duftnote können Wespen anziehen. Dagegen wirkt der Geruch von Teebaumöl abschreckend. Einige Tropfen auf Kleidung oder Haut lassen Wespen das Weite suchen.
▶ Töten sollte man die Tiere in keinem Fall: Zum einen wirkt sich das kontraproduktiv auf die Umwelt aus, zum anderen drohen dann Geldstrafen von 5.000 bis 65.000 Euro!

